GolfPunk - 07/2006 - Seite 3 |
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Sprichwörtlich Schlag auf Schlag erlebt man ganz klassisch zwischen der elften und dreizehnten Spielbahn drei absolute Highlights des Platzes, die über Wohl oder Wehe der Runde entscheiden. Der Herrenabschlag der 11 liegt am anderen Ende einer exakt 150 Meter breiten Schlucht, die jedoch beim Ansprechen des Balls auf unerklärliche Weise auf eine „gefühlte Breite" von 200-300 Meter anwachsen kann und zudem nur einen schmalen Ausschnitt der Landezone offenbart. Sollten Sie hier mit einer 4 vom Grün gehen, ist ein spontanes Anschwellen des Brustumfangs obligatorisch. Auf dem Weg zum tiefstgelegenen Abschnitt des Platzes muss man dem Planungsteam erneut einen „Sonderpreis für besondere Kreativität" verleihen. Wo andere vielleicht an ein geeignetes Areal für eine Skiflugschanze gedacht hätten, zauberten sie eines der beschaulichsten Par-3-Löcher Bayerns in eine Waldschneise. Mit knappen 130 Metern vom Abschlag zum Grün weist es einen nicht unerheblichen Höhenunterschied auf und fordert deshalb kaum mehr als eine Wedge oder ein lockeres Eisen 9. Der würdige Abschluss dieses waschechten „Amen Corner" ist eine als Dogleg getarnte Gemeinheit. Wald und Ausgrenze links, extrem dichtes Ball schluckendes Unterholz rechts, das alles steil bergauf gehend mit einem winzigen pfeilschnellen Grün, welches zudem noch von zwei Bunkern bewacht wird, sind eine Mischung, die den Score des Autors dieser Zeilen nicht nur einmal nach allen Regeln der Kunst zerlegt hat. Bevor es ins Clubhaus geht, wartet als Abschiedsgeschenk ein langes, abschüssiges Par 3 mit einem Grün, dessen hinterer Teil von einem Teich begrenzt wird. Hier heißt es Nerven behalten, denn wer möchte schon unter den Blicken der Restaurantgäste statt des Grüns einen Goldfisch treffen? Die Würzburger Anlage hinterlässt selbst nach der x-ten Runde noch Eindruck. Für uns als Golfredakteure ist sie die ideale Spielwiese. Der Platz motiviert ungemein, sich seinen Herausforderungen immer und immer wieder zu stellen. Für Platzstrategen bietet er jede nur erdenkliche Möglichkeit, das taktische Denken nachhaltig zu schulen, dem Risikozocker eröffnet er die theoretische Möglichkeit, Eagles und Birdies auf die Scorekarte zu schreiben. Die Leser, die gegen die GolfPunk-Redaktion im Matchplay antreten werden, können sich vor Ort von den Vorzügen des Platzes überzeugen. Also, fordern Sie uns.
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