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Leading Golf Courses

 

Prima Sonntag - 07/2009

Präsident Rudi May hatte vor der Gründung des Golf Clubs selbst noch niemals einen Golfschläger in der Hand gehabt, doch er war der festen Meinung: „Würzburg braucht einen Golf Club". 25 Jahre Erfolg geben ihm Recht. Heute zählt der Club 670 Mitglieder, ein Drittel sind Damen, das Durchschnittsalter ist 47 Jahre. Das Interview mit Rudi May führte Claudia Penning-Lother.

primS: Was waren die Beweggründe, 1984 den Golf Club Würzburg zu gründen?

Rudi May: Ich war schon immer sportlich tätig und zur Zeit der Gründung war ich Präsident von vier Vereinen gleichzeitig. Und als solcher habe ich gesehen: Die Entwicklung geht im Golf nach vorne. Auch heute noch haben wir viel Potenzial, wenn ich sehe, dass in Schweden acht Prozent der Bevölkerung Golf spielen, in Deutschland gerade mal 0,7 Prozent.

primS: Wie ging es voran nach der Gründung?

RM: Es hat tatsächlich zehn Jahre gedauert von der Gründung bis zur ersten 9-Loch-Anlage, weil die Genehmigungen so lange auf sich warten ließen. Und dann noch mal acht Jahre bis zum 18. Loch. Die Durststrecke warsehr lang.

primS: Was waren besondere Highlights in den 25 Jahren im Golf Club?

RM: Sehr viele. Als erstes fällt mir die Wassersuche ein. Ich engagierte einen Wünschelrutengänger. Er riss sich einfach ein Zweiglein ab, war auf dem Gelände unterwegs und kam zurück mit der Mitteilung, es gäbe zwei Stellen mit Wasser. Auf meine scherzhafte Frage, wie tief, sagte er in etwa 100 Metern. Und tatsächlich fanden wir in 95 Metern Tiefe Wasser. Die gesamte Beregnung erfolgt seither über diesen Tiefbrunnen, das Wasser hat sogar Mineral- und Heilwasserqualität.
Zur Eröffnung waren auch Schotten aus Dundee, Würzburgs Partnerstadt da. Dundee liegt in der Nähe von St. Andrews - ein besonderer Reiz. St. Andrews ist das Mekka aller Golfer, dort werden alle geltenden Regeln beschlossen. 2006 wurden wir Mitglied bei „The Leading Golf Courses in Germany". Eine hohe Auszeichnung!
Neun anonyme Tester bewerten nach 110 Kriterien alle Golfplätze in Deutschland, angefangen von der Freundlichkeit der Sekretärin bis zur Höhe des Grases. Von 700 Plätzen in Deutschland sind nur 31 ausgewählt worden und wir haben den einzigen Leading Golf Course in Ober- und Unterfranken. Unsere Qualität spricht für sich. Wir haben eine volle Beregnung und kürzlich erst 200.000 Euro für Spezialrasenmäher ausgegeben. Der Platz muss top sein, die Gastronomie und das Ambiente.

primS: Der Golf Club ist nicht nur Treff für Sportler, sondern auch wirtschaftlicher und kultureller Treffpunkt.

RM: Im Rahmen des Mozartfestes gab es im Golf Club ein Konzert, kürzlich traf ich auf eine kirchliche Trauung am Golfplatz, wobei keiner Mitglied im Club ist. Die Atmosphäre ist eben sehr schön und unser Restaurant ist öffentlich, 40 Prozent der Gäste sind keine Golfer. Es ist eine schöne Ecke, stadtnah und die größte Grünfläche Würzburgs, die noch dazu ohne einen Cent öffentlicher Förderung angelegt wurde.

primS: Wie sieht es mit dem Nachwuchs im Golfsport aus?

RM: 30 bis 40 Kinder sind im Club und zwei Hauptschulen und zwei Gymnasien haben Golf auf unserem Platz als normalen Schulsport. Die sind völlig begeistert.

primS: Spielen Sie selbst mittlerweile Golf?

RM: Zur Eröffnung sagte man mir, müsse der Präsident den „goldenen Ball" schlagen. Ich habe dann im Robinson-Club einen Crash-Kurs gemacht und den ersten Ball 180 Meter weit geradeaus geschlagen.

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Artikel Prima Sonntag - 07/2009